Donnerstag, 22. Dezember 2011

DFB-Pokal: Der VfB steht im Viertelfinale

Der VfB verabschiedet sich mit einem 2:1-Sieg im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen den Hamburger SV in die Winterpause. In einer abwechslungsreichen Partie ging der VfB durch Cacau mit 1:0 in Führung. Dem 1:1-Ausgleich durch ein Eigentor von William Kvist folgte ein weiterer Treffer des VfB-Kapitäns, ehe Ulle sein Team mit drei unglaublichen Paraden das Viertelfinale ermöglichte.

Gleich auf drei Positionen veränderte VfB-Cheftrainer Bruno Labbadia seine Mannschaft im Vergleich zur 0:1-Niederlage in Wolfsburg. Cristian Molinaro kehrte auf seine linke Abwehrseite zurück und ersetzte Timo Gebhart, für den Arthur Boka wieder auf rechts verteidigte. Zdravko Kuzmanovic kam für Tamas Hajnal in die Partie und bildete zusammen mit William Kvist die Doppelsechs. Anstelle von Julian Schieber begann Shinji Okazaki, der mit Martin Harnik und Christian Gentner die offensive Dreierkette hinter Kapitän Cacau bildete.

Die Begegnung zwischen den beiden Bundesligisten fing rassig an. Schon nach drei Minuten kam Cacau zum Abschluss, wurde jedoch in letztem Moment geblockt. Beide Teams spielten mit offenem Visier und suchten ihr Heil im Angriff. Der HSV hatte in der elften Minute die erste Gelegenheit, doch Sven Ulreich lenkte den Kopfball von Marcell Jansen nach einer Flanke von Dennis Diekmeier zur Ecke. Sekunden später war die Nummer eins des VfB auch bei einem Schuss von Paolo Guerrero zur Stelle.

Nach einer Viertelstunde ging Molinaro bis zur Grundlinie durch und passte zurück zum kurzen Pfosten, wo Cacau jedoch den Ball nicht kontrollieren konnte und die Chance vergab. Die linke Seite des VfB wurde nun immer stärker. Vor allem Moli war die Pause in Wolfsburg anzumerken, die er aufgrund seiner gelb-roten Karte aus dem Bayern-Spiel einlegen musste, anzumerken. Der Italiener sprühte vor Einsatzwillen und Elan und bereitete in der 23. Minute die nächste gefährliche Aktion seiner Mannschaft vor. Und dieses Mal klappte es auch mit dem Treffer, denn Cacau verarbeitete die Flanke in die Spitze von Moli mustergültig, profitierte aber auch vom Wegrutschen des HSV-Innenverteidigers Bruma. Der deutsche Nationalspieler konnte sich mutterseelenalleine vor Torhüter Jaroslav Drobny die Ecke aussuchen und traf überlegt zum 1:0 für den VfB.

Anschließend drückte der VfB weiter aufs Gaspedal: Bokas Schuss aus der zweiten Reihe wurde zur Ecke abgefälscht, Kvist fand aus 17 Metern seinen Meister in Drobny, und Moli zielte vom Strafraumeck ein paar Meter zu hoch. Die letzte Szene des Spiels gehörte dem HSV, doch Ulreich hatte in der 43. Minute keine Probleme mit dem Versuch von Ivo Ilicevic aus etwa 18 Metern. Mit dem 1:0 für den VfB gingen die Kontrahenten schließlich in die Katakomben.

Auftakt zu einem Offensivspektakel

Die zweite Hälfte begann nicht ganz so temporeich wie der erste Durchgang, doch nach etwa zehn Minuten drehten die Mannschaften auf. Der Hamburger SV legte in der 54. Minute vor: Der eingewechselte Mladen Petric lief durchs Mittelfeld, passte auf Paolo Guerrero, der in die Mitte spielte, wo William Kvist mit der Fußspitze vor Petric am Ball war und diesen zum 1:1 für den HSV über die Linie drückte. Der Ausgleichstreffer war der Auftakt zu einem Offensivspektakel auf beiden Seiten.

Gentner probierte es aus halblinker Position mit einem Schlenzer, der nur um Zentimeter am langen Pfosten vorbei ging. In der 60. Minute rauschte ein Schuss von Diekmeier am Tor von Ulle vorbei, der später noch eine entscheidende Rolle in diesem Spiel einnehmen sollte. Doch zunächst erhöhte der VfB auf 2:1. Kuzmanovic schickte in der 62. Minute Moli in Richtung Grundlinie, von wo aus der Linksverteidiger maß nahm und mit einer scharfen Hereingabe Cacau bediente. Per Direktabnahme erzielte der VfB-Kapitän sein zweites Tor an diesem Pokalabend. Wenige Minuten später versuchte es Cacau mit einem Schlenzer, den Drobny abfing.

Ab der 70. Minute brach die Zeit von Sven Ulreich an, an dem der HSV verzweifeln sollte. Nach einem Doppelpass tauchte der eingewechselte Robert Tesche plötzlich alleine vor dem VfB-Keeper auf, der den Schuss gekonnt parierte. Kurz darauf setzte Gentner einen Kopfball nach einer Kuzmanovic-Ecke knapp übers Tor von Drobny. In der 75. Minute hatte der Anhang des HSV bereits den Torschrei auf den Lippen, doch Ulle zeigte all sein Können, als Guerrero völlig frei vor ihm stehend abzog. Per Fußabwehr klärte der VfB-Schlussmann. Vier Minuten später bediente Geurrero seinen Sturmpartner Petric, der den Ball aus kurzer Distanz aber ebenfalls nicht am an diesem Abend schier unbezwingbaren Ulreich vorbeibrachte. Der HSV warf nun alles nach vorne, die nächste Gelegenheit hatte aber der VfB durch den frisch gekommenen Julian Schieber, dessen Kopfball nach einem Eckball aber am langen Pfosten vorbei ging.

Das Aufbäumen des HSV blieb wirkungslos, der VfB brachte den Vorsprung über die Zeit und steht dank zweier Tor von Cacau und einer überragenden Leistung von Sven Ulreich im Viertelfinale des DFB-Pokals.

Nächster Gegner: FC Bayern München

Gut eine Stunde nach dem 2:1-Achtelfinalsieg gegen den Hamburger SV stand auch schon der nächste Pokalgegner für das Team von Trainer Bruno Labbadia fest. Bei der Auslosung im Rahmen der ARD-Sportschau am späten Abend fischte Losfee Melanie Behringer die Kugel mit dem FC Bayern München aus dem Lostopf. Somit trifft der VfB wie schon im DFB-Pokal-Achtelfinale in der Saison 2008/2009 und 2010/2011 erneut auf den Deutschen Rekordmeister.

"Wir freuen uns, dass es ein Heimspiel geworden ist"

Das neunte Aufeinandertreffen der beiden Teams wird am 7. oder 8. Februar 2012 in der Mercedes-Benz Arena ausgetragen. Die exakte Terminierung der Begegnung steht derzeit noch aus. In acht Pokalduellen unterlag das Team mit dem roten Brustring siebenmal. Der einzige Sieg im DFB-Pokal gegen Bayern München liegt bereits 22 Jahre zurück. Am 9. November 1989 siegte der VfB im Neckarstadion klar mit 3:0.

Sportdirektor Fredi Bobic:
"Wir wollten von Anfang an im Pokal möglichst weit kommen. Und wenn man den Pokal gewinnen will, weiß man im Vorhinein schon, dass man mit großer Wahrscheinlichkeit auch die Bayern aus dem Weg räumen muss. Wir freuen uns, dass es ein Heimspiel geworden ist."

Quelle: vfb.de

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