Freitag, 21. Mai 2010

Sponsorenwechsel beim VfB: Der VfB sucht die Nähe zur Region

Erwin Staudt hätte es auch ganz kurz machen können und sagen: "Der Käse ist gegessen." In diesem Fall der Weichkäse, denn auf die Herstellung solcher Produkte versteht sich Eduardo Garcia bestens. Er ist Inhaber und Vorstand der Garmo AG mit der Premiummarke Gazi - und dieses Unternehmen wird jetzt Hauptsponsor des VfB Stuttgart.

Der Käse ist also gegessen, oder um mit Staudt zu sprechen: "Damit beschließen wir ein Kapitel, das uns in den letzten Monaten sehr beschäftigt hat."Diesem Satz des Präsidenten gingen viele Gespräche mit vielen Firmen voraus, die bei dem auch bei den Stuttgarter Kickers engagierten Garcia endeten. Der Vertrag läuft bis 2012 mit der Option für eine weitere Saison und bringt dem VfB bis zu sechs Millionen Euro pro Jahr, abhängig von den Erfolgen der Mannschaft. Der bisherige Hauptsponsor EnBW zahlte zwar 7,5 Millionen Euro, aber der Club hat sich dennoch verbessert, weil der Energiekonzern als Partner in der zweiten Reihe mit drei Millionen Euro erhalten bleibt.

Sponsoren bringen 25 Millionen Euro

Insgesamt kassiert der VfB Stuttgart von seinen 20 Sponsoren rund 25 Millionen Euro, womit er zur Spitzengruppe in der Bundesliga gehört. In diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist das umso wichtiger - was auch das Beispiel 1. FC Kaiserslautern zeigt. Der Hauptsponsor des Aufsteigers erklärte gestern seinen Rückzug.

Das ist der Trend, doch solche Sorgen plagen den VfB nicht. Er unterscheidet sich von den meisten Konkurrenten - etwa dadurch, dass er auch die Verhandlungen mit Gazi in Eigenregie abgewickelt hat und ohnehin nach wie vor alle Rechte im eigenen Haus hält. Oder dadurch, dass er keine Provisionen an Agenturen ausschütten muss. Oder dadurch, dass er sich nicht an einen Vermarkter gebunden hat. Das gebe es nur noch ganz selten in der Bundesliga, sagt Staudt, "wir können die Einnahmen ausschließlich für unsere Zwecke nutzen."

Da kommt Gazi gerade recht. "Das ist der erste Partner, zu dem wir zu Fuß hinlaufen können", sagt Staudt. Möglich wird das, weil es nicht weit ist von der VfB-Geschäftsstelle in Bad Cannstatt bis zum Büro von Garcia in Stuttgart-Wangen. Was der Präsident so salopp formuliert, hat jedoch auch einen tieferen Hintergrund: die Ausrichtung des VfB. "Wir streben nicht nur die finanzielle Unterstützung an" sagt Staudt, "was wir brauchen, ist auch ein Beitrag zu unserer Vereinsphilosophie. Wir suchen die Nähe zur Region." Und da passt ein Sponsor aus Stuttgart-Wangen eben besser als einer aus Tokio oder aus Schanghai.

Quelle: stuttgarter-zeitung.de

Donnerstag, 20. Mai 2010

Sponsorenwechsel beim VfB: Gazi wird neuer VfB-Hauptsponsor

Es hat ein paar Tage gedauert, bis der VfB Stuttgart das Unternehmen präsentieren konnte, das in Zukunft den Brustring auf dem Trikot des Bundesligisten ziert. Jetzt ist die Katze aus dem Sack und die Überraschung perfekt: Heute präsentiert der Bundesligist einen alten Bekannten.

Spekuliert wurde über den Handel schon seit Wochen. Und als im Vorbereitungsprogramm des VfB Stuttgart auf die neue Saison auch noch ein Testspiel gegen die Stuttgarter Kickers auftauchte, begann der Doppelpass allmählich konkrete Formen anzunehmen. Wenn am Donnerstag VfB-Präsident Erwin Staudt in der Mercedes-Benz-Arena den neuen Hauptsponsor des VfB Stuttgart präsentiert, dann wird nach Informationen unserer Zeitung ein in Stuttgart ziemlich bekannter Sportsfreund in die Kameras lächeln: Dr. Eduardo Garcia, Gründer und Alleininhaber der Garmo AG. Unter dem Markennamen Gazi vertreibt die Aktiengesellschaft Feta-Käse und diverse Molkereiprodukte. Künftig wird sie vorsichtig geschätzt etwa sechs Millionen Euro aufs Konto des Clubs überweisen.

Bis zuletzt wurde auch darüber spekuliert, ob die Unternehmensgruppe Fischer in der neuen Saison die Rolle des Hauptsponsors von der EnBW übernehmen wird. Doch die Firmenstrategen aus Waldachtal entschieden anders. Wie ein Unternehmenssprecher gegenüber unserer Zeitung bestätigt, wird sich „Dübel-Fischer“ künftig als Teamsponsor präsentieren. Das dürfte dem VfB Stuttgart Zusatzeinnahmen pro Jahr in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro einbringen. Erwin Staudt und Unternehmenschef Klaus Fischer sind seit langem befreundet. Die Unternehmensgruppe, überdies Sponsoring-Partner der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, belegt eine Loge im Stadion und spielt schon seit Jahren den Doppelpass mit den Roten.

Und Gazi? Da war doch was? Stimmt. Garcia unterstützt seit Jahren die Stuttgarter Kickers. Für die Namensrechte am Stadion auf der Waldau zahlt der Sohn eines Spaniers und einer Deutschen eine Million Euro für den Zeitraum von zehn Jahren. Seit zwei Jahren greift er auch für die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart in die Tasche, die ihre Drittligaspiele in Degerloch austrägt. Für Sponsoren-Auftritte bei den Blauen fließen aktuell jährlich rund 180 000 Euro in die Kasse des Regionalligisten. Daran soll sich auch nichts ändern. Garcia sah sein Engagement bei den Blauen schon immer mehr als Mäzenatentum denn als Geschäft auf Gegenseitigkeit. Die Jugendarbeit der Kickers ist ihm besonders wichtig.

Quelle: stuttgarter-nachrichten.de

Sonntag, 16. Mai 2010

Sponsorenwechsel beim VfB: Turkish Airlines statt EnBW?

Roter Flügel auf weißem Grund - das Firmenlogo jedenfalls würde perfekt zum VfB Stuttgart passen. Farblich liegen der Fußball-Bundesligist und Turkish Airlines also schon auf einer Linie. Nach Informationen der Stuttgarter Zeitung ist die Fluggesellschaft mit Sitz in Istanbul ein Kandidat, den frei werdenden Platz auf den VfB-Trikot einzunehmen. Ende Mai will der Club bekanntgeben, wer die Nachfolge des als Hauptsponsor ausscheidenden Energiekonzerns EnBW antritt. Neben Turkish Airlines sind noch zwei weitere Anwärter im Rennen (darunter auch ein deutscher Discounter). "Verschiedene Verhandlungen laufen", mehr wollte der VfB-Sprecher Oliver Schraft zu diesem Thema am Freitag nicht sagen.

Die halbstaatliche türkische Fluggesellschaft setzt in diesem Jahr verstärkt auf internationale Sportwerbung. Turkish Airlines sind bereits als Kosponsor bei Manchester United und beim FC Barcelona eingestiegen. Das Unternehmen verhandelt derzeit nicht nur mit dem VfB, sondern auch mit dem französischen Erstligisten Paris St. Germain und weiteren Vereinen über ein Engagement.

Regionales Unternehmen lieber gesehen

Im vergangenen Jahr haben sich Turkish Airlines europaweit auf Platz vier bei der Passagierbeförderung verbessert - hinter Air France-KLM, Lufthansa und British Airways. Das Unternehmen machte unter dem Firmenchef Temel Kotil entgegen dem allgemeinen Trend mit 25 Millionen Fluggästen 2009 einen Nettogewinn von 223 Millionen Euro und will nun zu einem Premiumanbieter werden. Zuletzt wurde auch das Flugangebot von Stuttgart nach Istanbul erweitert.

Das wäre dann auch ein gewisser regionaler Bezug, der dem Verein aber möglicherweise nicht genügt. Lieber würde es beim VfB gesehen werden, wenn ein regionales Unternehmen auf dem Trikot auftauchen und damit die Tradition von Frottesana, Dinkelacker, Südmilch, Debitel und EnBW fortsetzen würde.

Als Exklusivpartner bleibt EnBW dem Club aber erhalten

Nach fünf Jahren als Hauptsponsor hat die EnBW dieses Engagement, das dem VfB zuletzt rund 7,5 Millionen Euro im Jahr einbrachte, auslaufen lassen. Als Exklusivpartner bleibt der Energiekonzern dem Club aber erhalten und zahlt dafür drei Millionen Euro. In erster Linie ist die allgemein angespannte Wirtschaftslage schuld daran, dass der VfB nicht damit rechnen kann, von einem Hauptsponsor pro Saison wieder 7,5 Millionen Euro zu erhalten. Nun geht es darum, mit den drei EnBW-Millionen und dem Geld des neuen Hauptsponsors diese zuletzt erzielte Summe zu übertreffen. Ein Verlustgeschäft im Vergleich zum Vorjahr sieht die Etatplanung jedenfalls nicht vor.

Mit dem Blick auf die Finanzen hätte der Einstieg der Turkish Airlines auch noch seinen ganz eigenen Reiz. Die Flugkosten zu den Auswärtsspielen könnte sich der VfB mit diesem Partner bestimmt sparen. Und die Fluggesellschaft lässt sich bei der Beförderung der Fußballerfracht auch noch etwas einfallen. Turkish Airlines brachten die eigene Nationalmannschaft in einem für die WM 2002 umlackierten Airbus nach Asien und zurück.

Quelle: stuttgarter-zeitung.de

Dienstag, 11. Mai 2010

Christian Gross im Porträt: Härter als der Rest

Als Christian Gross noch ein junger ehrgeiziger Trainer war, da hat er eine schwere Niederlage hinnehmen müssen. Nicht auf dem Fußballrasen, aber auf dem Spielfeld des Lebens. Ausgelöst wurden diese inneren Turbulenzen durch ein Foto. Im Original zeigt es den heutigen Trainer des Bundesligisten VfB Stuttgart mit seiner damaligen Liebe Mona.

Ein Bild aus glücklichen Tagen. Der "Blick" hat es 1981 veröffentlicht. 14 Jahre später haben es die Redakteure der Schweizer Boulevardzeitung noch einmal aus dem Archiv gekramt und wieder gedruckt. Allerdings haben sie zuvor einen fetten Riss zwischen Herrn und Frau Gross montieren lassen, um zu dokumentieren, dass es aus sei zwischen dem Promipaar.

Dass seine Privatangelegenheit in das Licht der Öffentlichkeit gezerrt wurde, hat Gross getroffen. Es hat ihn aber vor allem geprägt. Seither gilt für den Schweizer der Leitsatz: "Es gibt Geschichten über mich und es gibt Geschichten mit mir, aber es gibt keine Geschichten mit mir über mich."

Der Anti-Babbel

Vor kurzem hat der erfahrene und nach wie vor sehr ambitionierte Trainer Christian Gross dem "Blick" wieder ein Interview gegeben. Darin hat der 55-jährige Fußballlehrer erzählt, dass er sich nun scheiden lasse, nach 28 Ehejahren. Und ja, er habe eine neue Partnerin. Mehr nicht. Im Grunde hat Gross genauso viel erzählt, wie er musste, um sich keine Feinde zu schaffen. Alles andere wäre Verrat an der eigenen Sache gewesen. So etwas macht Gross aber nicht. Dazu ist er zu konsequent, zu analytisch, zu berechnend.

Beim VfB haben sie gewusst, dass sie sich einen kantigen und auch kompromisslosen Übungsleiter in den Club holen. Sie haben im vergangenen Dezember aber vor allem gehofft, dass dieser Typ mit dem markanten Schädel mit seiner strengen und strikten Art den Anti-Babbel gibt und das Team aus der Abstiegszone der Bundesliga führt. Nun hat er es zur Europapokal-Teilnahme katapultiert. In Stuttgart haben sie jedoch nicht geahnt, dass sie einen Chefcoach verpflichten, der in der Ansprache so direkt, in der Art aber so distanziert ist.

Wie seine Vorgänger begrüßt Gross zwar alle VfB-Mitarbeiter per Handschlag, wenn er auf das Vereinsgelände kommt, doch näher lässt er niemanden heran. Er siezt sie alle: die Führungsriege, die Platzwarte, die Fans, die Spieler, ja selbst den Manager Horst Heldt. Bisweilen erweckt es den Eindruck, als wisse auch Heldt nicht wirklich, was Gross gerade vorhat. Wie mit einer unsichtbaren Mauer umgibt sich der Trainer. Manche nennen es Aura, andere beschreiben es als Unnahbarkeit.

"Ein Trainer muss immer wach sein"

Doch egal, auf welche Weise man versucht, sich dem Polizistensohn aus Zürich-Höngg zu nähern, eines bleibt unbestritten: Christian Gross ist ein Mann, der dem Erfolg alles unterordnet. Nichts in seinem Denken und Handeln ist auf ein anderes Ziel ausgerichtet als auf den nächsten Gegner, den nächsten Sieg. "Ein Trainer muss immer wach sein", sagt Gross. Er ist es häufig 18 Stunden lang am Tag und versteht seinen Job auch als permanente Fortbildungsquelle: Trainingslehre, Taktik, Mannschaftsführung, Management, Marketing, Sportpsychologie, Öffentlichkeitsarbeit, und, und, und. Ständig will Gross mehr wissen, seinen Trainerhorizont erweitern.

Auf den Fußball in all seinen Facetten sollen sich auch die Spieler fokussieren. Tun sie es, ist alles gut. Tun sie es nicht, haben sie ein Problem. In einem spanischen Trainingslager hat Gross einmal die Profis seines früheren Arbeitgebers FC Basel nach den Ergebnissen der Primera División am Abend zuvor abgefragt, in der Kategorie Sporting Gijon gegen Real Valladolid.

Der VfB-Trainer selbst ist permanent auf Empfang, was den nationalen und internationalen Fußball anbelangt. Er schaut häufig DVDs, saugt alle Informationen auf, die er erhalten kann. Früher soll er mit einer Stoppuhr vor dem Fernseher gesessen haben, um zu erfahren, wie lange englische Spitzenteams von der Balleroberung bis zum Torabschluss brauchen. Heute seziert er den Gegner mit moderner Technik, füttert die Mannschaft mit dessen Stärken und Schwächen, trichtert ihr seinen Plan ein - ausgehend von seiner Persönlichkeitsanalyse des gegnerischen Kollegen. Immer wieder die gleichen Sätze formulierend, bis sie fast zum Mantra werden.

Autorität und Glaubwürdigkeit

Detailbesessen nennen sie Gross deshalb überall dort, wo er bisher gearbeitet hat. Den FC Aarau hat er vor Jahren sechsmal beobachten lassen, und am Ende fuhr Gross noch selbst in die Provinz, um sich ein Trainingsspiel des deutlich schwächer eingeschätzten Kontrahenten anzusehen. Allerdings hat den Schweizer Meistermacher nur bedingt die Sorge umgetrieben, ihm sei eine Nuance entgangen, Gross wollte ein Signal senden: Seht her, ich nehme den Gegner ernst, sehr ernst sogar.

Der FC Basel gewann die Partie mit 6:0 - und Gross an Autorität und Glaubwürdigkeit. Das ist es, worauf es ihm ankommt. Gross will für die Spieler eine verlässliche, aber keine berechenbare Größe sein. "Die Spieler müssen mich nicht lieben, aber sie sollen mich mögen", sagt er.

Zu der bekannt harten Hand kommt so eine Portion Einfühlungsvermögen. Zumindest, wenn es dem Resultat dient. Sonderbehandlungen gibt es aber nur zu einer Bedingung: Sie müssen mit Extraleistungen zurückgezahlt werden. Beim VfB ist zuletzt der eskapadenreiche Jens Lehmann in diesen Genuss gekommen. Der Torwart durfte aus privaten Gründen einige Male beim Training fehlen. Der filouhafte Alexander Hleb hat dagegen zu spüren bekommen, dass der Trainer reizen, provozieren, auch verletzen kann.

Gross ist ein Allesalleinmacher

So hat Gross in Stuttgart, wo sich für ihn fast alles im Korridor zwischen Innenstadthotel und Vereinsgelände in der Mercedesstraße abspielt, ein klares System installiert. Der Weg in die Anfangself führt über Leistungswillen und Leidenschaft, der Weg aus dem Team über Verletzungen und Sperren - oder den offensichtlichen Mangel an den beiden Aufstellungskriterien. Von Sympathien und Sentimentalitäten lässt sich Gross nicht leiten. Verdienste und Vereinszugehörigkeiten zählen ebenso wenig, sofern er sich nichts davon verspricht.

Nicht selten bekommen die VfB-Profis die hohe Einsatzbereitschaft, die Gross von ihnen einfordert, vor Augen geführt: Wenn sie auf den Parkplatz fahren und ihren Chef schon auf dem Übungsplatz sehen. Gross misst dann Felder ab, stellt Hütchen auf. Denn trotz des Co-Trainers Jens Keller, weiterer Assistenten und dem Vorhaben, den Trainerstab zu erweitern, ist Gross ein Allesalleinmacher, auch ein Allesalleinentscheider. Zumindest behaupten sie das in Basel, wo er zehn Jahre lang tätig war.

Dort hat sich nach siebenjähriger Zusammenarbeit sein Co-Trainer Fritz Schmid verabschiedet, weil er es satt hatte, immer nur den Handlanger zu geben, nie etwas selbst gestalten zu dürfen. Im Zweifel vertraut Gross also dem Menschen, den er am besten kennt: sich selbst. Und es wird spannend zu beobachten sein, wie der machtbewusste Trainer versucht, schrittweise den VfB in den Griff zu bekommen.

"Swiss Army Chief"

Das Gross dies anstrebt, davon gehen die Fußballexperten in der Schweiz aus. Der Mann, dessen Erscheinungsbild an den kahlköpfigen Kojak erinnert - und der auch so cool sein kann wie der legendäre Fernsehpolizist mit dem Lolli im Mundwinkel -, schickt sich an, auf dem Wasen sein neues Fußballreich zu errichten.

Beim FC Basel hat Gross sich vehement in die Vereinspolitik eingemischt, sich öffentlich mit Gigi Oeri, der Clubpräsidentin und Miterbin eines Pharmakonzerns, gerieben. In Stuttgart gibt er sich zurückhaltend. Noch. "Als Trainer muss ich aber mitreden können", sagt er. Jeder Sieg stärkt dabei seine Position. Und Gross will nicht nur eine Elf haben, die gelegentlich wie eine Gross-Mannschaft spielt: schnell und schnörkellos. Er will auf Sicht über eine Gross-Mannschaft verfügen. Mit Spielern, die er ausgesucht hat, und die seiner Vorstellung von Professionalität entsprechen.

Das Gross beim VfB nicht schon von Beginn an fordernd aufgetreten ist, gehört zum Kalkül - und hat auch mit der Vergangenheit zu tun. Schon einmal ist der Trainer im Ausland gescheitert. Im November 1997 ging er nach England, rettete Tottenham Hotspur vor dem Abstieg, wurde aber zehn Monate später entlassen. Der Saisonstart war missraten, doch vor allem kam Gross bei den britischen Medien nicht an. Sie verhöhnten den Disziplinfanatiker aus der Schweiz als "Swiss Army Chief".

Gnadenlos gute Bundesligabilanz

Doch Gross ist kein Schleifer. In seiner Heimat haben sie ihn sogar mal als den "weichsten Trainer" betitelt, weil er nach einer herben Niederlage kein Straftraining ansetzte. Gnadenlos gut ist aber vor allem seine Bundesligabilanz. 42 Punkte in 18 Spielen, eine meisterliche Ausbeute.

Genugtuung oder besonderen Stolz verspürt Gross deshalb nicht, in solchen Gefühlskategorien denkt er nicht. Seine Erfolge und Erfahrungen haben ihn gelassener werden lassen. Selbst mit seiner inneren Haltung kann der Trainer mittlerweile kokettieren. Bei seinem Abschied aus dem Basler St.-Jakob-Park vor einem Jahr erklang Bruce Springsteen aus den Stadionlautsprechern: "Tougher than the rest" - härter als der Rest. Gross hatte sich dieses Lied gewünscht. Es ist ein Rocksong über einen Typen, der sich vielen Widrigkeiten zum Trotz als Sieger fühlt.

Quelle: stuttgarter-zeitung.de

Montag, 10. Mai 2010

Transfergerüchte zu VfB Stuttgart - Transfermarkt.de

Ibrahima Traore










Marko Pantelic









Thiago Neves









Pape Diakhaté









Martin Harnik









Aristide Bance









Patrick Ebert








Balázs Dzsudzsák









Quelle: Transfermarkt.de

Gross plant die Zwischensaison

Christian Gross steht mit dem Rücken zur Wand - aber nur im Presseraum der Rhein-Neckar-Arena, wo der Trainer nach dem 1:1 gegen Hoffenheim noch kurz über die vergangenen Monate spricht. Da hat der VfB Stuttgart eine imponierende Aufholjagd hingelegt, die den Club vom 16. Tabellenplatz im Dezember bis auf Rang sechs im Endklassement führte - und damit in die Europa League.

Gross richtet Blick in die Zukunft

"Das war einer meiner härtesten Jobs", sagt Gross, der die Mannschaft auf dem Tiefpunkt übernommen hat. Der Kraftakt wäre ohne ihn unmöglich gewesen, doch über sich redet Gross nicht. Er bedankt sich bei seinem Team und richtet dann den Blick in die Zukunft. Denn nach der Saison ist für ihn vor der Saison - und nach der Europa League kommt die Champions League? "Ich bin ein sehr zielorientierter Mensch", sagt er.

Und ein sehr gewissenhafter dazu, was sich auch daran zeigt, dass er bereits mit Nachdruck an den Vorbereitungen für die nächste Runde arbeitet. Da trifft es sich gut, dass das samstägliche Bild aus dem Presseraum nur im wörtlichen Sinn gilt. In der übertragenen Bedeutung haben Gross und der VfB den Rücken frei, nachdem die Gefahr gebannt ist, dass der Coach abspringt. Gross wurde in der vergangenen Woche vom VfL Wolfsburg und vom Hamburger SV umworben (die StZ berichtete).

Nicht ausgeschlossen schien, dass sich der VfB schon wieder auf die Suche nach einem Trainer machen muss. "Da ist nichts dran", sagt Gross in der Rhein-Neckar-Arena jedoch. Das ist ein Bekenntnis für Stuttgart, wo er die Mannschaft weiterentwickeln will. Damit hat der VfB seine wichtigste Baustelle geschlossen und die wichtigste Personalie unter Dach und Fach.

Die zweitwichtigste ist Serdar Tasci. Zwar läuft dessen Vertrag noch bis 2014, was nichts daran ändert, dass der Nationalverteidiger nun ganz konkret ins Visier zweier italienischer Spitzenvereine geraten ist. Die Vertreter von Juventus Turin und des AC Mailand sind am Samstag sogar extra nach Sinsheim gefahren, um Tasci in der Partie gegen Hoffenheim noch mal zu beobachten.

Was ist der nächste Schritt?

Die Eindrücke dürften positiv ausgefallen sein - und fest steht auch, dass Tasci eine Vertragsklausel besitzt, die ihm einen sofortigen Wechsel ermöglichen würde. Die dafür schriftlich verankerte Ablösesumme soll in diesem Sommer 20 Millionen Euro betragen. Als Nachfolger hätte der VfB auch Pape Diakhaté (25) auf der Liste, der momentan in St. Etienne spielt. Die Entscheidung bei Tasci wird jedoch erst im Juli und somit nach der WM fallen, auf die er sich konzentriert.

Insgesamt nehmen acht Profis aus dem Stuttgarter Kader an dem Turnier in Südafrika teil - mehr stellt aus der Bundesliga nur der FC Bayern ab. Zudem ist der VfB auf internationaler Ebene mittlerweile ein Dauergast. Das belegt den guten Weg, auf dem sich der Club befindet. Die Frage lautet nur: was ist der nächste Schritt?

Jens Lehmann, Alexander Hleb, Ricardo Osorio und Roberto Hilbert verlassen den Verein - wohl zusammen mit Martin Lanig (Köln?) und Khalid Boulahrouz. "Wir verlieren erfahrene Leute", sagt Gross. Im Gegenzug wurden Christian Gentner (Wolfsburg) und Georg Niedermeier (FC Bayern) verpflichtet. Dazu kommen der zuletzt an Kaiserslautern ausgeliehene Georges Mandjeck sowie der Torwart Marc Ziegler (Dortmund) und Martin Harnik (Fortuna Düsseldorf). Diese Verpflichtungen sollen bald auch offiziell verkündet werden. Aber damit sind die Transfertätigkeiten nicht abgeschlossen.

Gross wünscht sich auf jeden Fall noch zwei Spieler für die Außenpositionen im Mittelfeld - und daneben möchte er noch etwas: "Es muss eine klare Zielvorgabe des Vereins geben - und danach sehen wir weiter", sagt er. Soll heißen: von dieser Ansage hängt dann die Einkaufspolitik ab.

VfB will auf die Jugend bauen

Immerhin weiß Gross bereits, dass der VfB seine Linie grundsätzlich beibehalten und verstärkt auf die eigene Jugend bauen will. Seit einiger Zeit wird diese Strategie allerdings nicht mehr so erfolgreich umgesetzt. Serdar Tasci und Sami Khedira sind aktuell die Letzten, die den Sprung aus der Nachwuchsabteilung schafften und Stammkräfte in der Bundesliga wurden - und das war in der Meistersaison 2006/2007.

Diese Durststrecke soll nun der Torhüter Sven Ulreich beenden, der die Chance dazu erhält. Darauf hoffen auch Sebastian Rudy und Patrick Funk, während Julian Schieber ausgeliehen wird. "Die Mannschaft bekommt ein anderes Gesicht", sagt Gross.

Ein anderes Konzept gibt es auch. Demnach sollen in der Vorbereitung neue trainingsmethodische Reize gesetzt werden, um einen Fehlstart wie in den vergangenen Jahren zu vermeiden. Weiter ist geplant, die Neuzugänge früher als zuletzt präsentieren zu können, damit sich die Mannschaft finden und einspielen kann, bevor es ernst wird. Einfach wird das nicht, gerade in einem WM-Jahr, in dem der Markt erfahrungsgemäß erst spät in Bewegung kommt. "Wir haben eine sehr intensive Zwischensaison vor uns", sagt Gross nach dem Ende der eigentlichen Saison dann noch.

Quelle: stuttgarter-zeitung.de

Gross: Zeichen stehen auf Verlängerung

1:1 bei 1899 Hoffenheim - für den VfB war der Punktgewinn so wertvoll wie ein Sieg. Die Teilnahme an der Europa-Liga ist endlich unter Dach und Fach - die Krönung einer kuriosen und aufwühlenden Saison mit extremen Höhen und Tiefen. Zur Winterpause lag der Hamburger SV 15 Punkte vorn, jetzt hängte ihn der VfB um drei Zähler ab. Dennoch wurde es am Samstag noch einmal spannend. Der VfB stand mächtig unter Druck, als der HSV in Bremen ausglich. Am Ende war Horst Heldt bedient: "Die letzten fünf Minuten haben mich noch einmal zehn Jahre gekostet."

Jetzt geht der Blick nach vorn. Der Manager hat seine Hausaufgaben für die neue Saison gemacht. Am Donnerstag präsentiert er erste Ergebnisse - womöglich auch einen neuen Vertrag mit Trainer Christian Gross.

Bleibt Christian Gross VfB-Trainer?

Horst Heldt war baff, als ihm ein NDR-Reporter sein Mikrofon unter die Nase hielt und fragte: "Christian Gross wäre der ideale Trainer für den Hamburger SV - ist er abkömmlich?" Heldt ("Abkömmlich? Wollen Sie mich veräppeln?") verweigerte eine Antwort. Statt Gross (Vertrag bis 2011) abzugeben, will der VfB seinen Erfolgstrainer, der einen sagenhaften Schnitt von 2,35 Punkten pro Spiel holte, länger binden. Wie zu hören ist, liegt Gross ein Angebot bis 2012 vor.

Wer steht nächste Saison im Tor?

Der Nachfolger von Jens Lehmann heißt Sven Ulreich. Die bisherige Nummer zwei rückt um eine Position auf. Zurzeit erholt sich Ulreich vom Bruch des Wadenbeinköpfchens im linken Knie. Alles deutet darauf hin, dass er mit der Mannschaft in die Vorbereitung auf die neue Saison einsteigen kann.

Wer wird der zweite Torwart?

Die Rückkehr von Marc Ziegler (Borussia Dortmund) ist unter Dach und Fach. Der verlorene Sohn, der bereits von 1992 bis 1996 das VfB-Trikot getragen hat, erhält einen Dreijahresvertrag. Bei Alexander Stolz stehen die Zeichen auf Abschied.

Welche Neuzugänge kommen noch?

Sicher ist die Rückkehr von Christian Gentner. Der Mittelfeldmann des VfL Wolfsburg spielte schon von 2004 bis 2007 in der Bundesliga für den VfB. Am Samstag glänzte er beim 3:1 gegen Eintracht Frankfurt mit zwei blitzsauberen Torvorlagen. Zudem kommt der österreichische Nationalstürmer Martin Harnik von Fortuna Düsseldorf.

Klappt der Wechsel von Ibrahima Traoré?

Der VfB hat den Mittelfeldspieler des FC Augsburg fest auf der Rechnung. Augsburgs Manager Andreas Rettig sagt zwar: "Wir geben Traoré nicht ab." Doch erstens ist das eine Frage des Geldes, zweitens will Rettig vor den Relegationsspielen gegen den 1. FC Nürnberg jede unnötige Unruhe vermeiden. Und drittens ist aus Traorés Umfeld zu hören, dass der Profi den VfB zu seinem Wunschverein erkoren hat.

Wer verlässt die Roten?

Klar sind die Abgänge von Jens Lehmann, Roberto Hilbert, Alexander Hleb und Ricardo Osorio. An Mittelfeldspieler Martin Lanig ist der 1. FC Köln interessiert, Stürmer Julian Schieber soll ausgeliehen werden, und Hannover 96 will nach dem Klassenverbleib den ausgeliehenen Brasilianer Elson fest verpflichten. Weitere Abgänge sind nach der WM nicht ausgeschlossen. Den Vertrag mit Cristian Molinaro, der von Juventus Turin ausgeliehen ist, will der VfB verlängern - Entscheidung bis Ende Mai.

Wer wird neuer Hauptsponsor?

Bis Ende März wollte der VfB den Nachfolger von EnBW verkünden. Die Gespräche laufen weiter, ein Ergebnis wird am Donnerstag wohl eher noch nicht verkündet.

Wann beginnt die Saisonvorbereitung?

Trainingsauftakt ist am 25. Juni. Wegen der Teilnahme an der Europa-Liga hält der VfB wohl nur ein Trainingslager (in Donaueschingen) ab. Die Europa-Liga beginnt am 29. Juli. Die Saisoneröffnung ist am 8. August. Vom 13. bis 15. August steht die erste Runde im DFB-Pokal an, der erste Bundesliga-Spieltag ist vom 22. bis zum 24. August.

Quelle: stuttgarter-nachrichten.de

Sonntag, 9. Mai 2010

Cacau sichert die Europa League

Der VfB Stuttgart hat im letzten Spiel von Torwart Jens Lehmann die Teilnahme an der Europa League perfekt gemacht. Den Schwaben reichte zum Saisonfinale ein 1:1 (1:1) im Derby bei 1899 Hoffenheim, um im Fernduell mit dem Hamburger SV den sechsten Tabellenplatz zu sichern.

Vor 30.150 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena musste Ex-Nationalkeeper Lehmann nur bei einem Kopfball des früheren VfB-Jugendspielers Boris Vukcevic (44. Minute) hinter sich greifen. Cacau hatte zwei Tage nach seiner Nominierung für den vorläufigen deutschen WM-Kader den VfB mit seinem 13. Saisontor in Führung gebracht (19.).

Die Hoffenheimer beendeten ihr zweites Jahr im Fußball-Oberhaus als Tabellenelfter, warten aber weiter auf den ersten Bundesliga-Sieg gegen den Landesrivalen. Stuttgart krönte mit dem Einzug ins internationale Geschäft eine sagenhafte Rückrunde mit 39 Punkten unter Trainer Christian Cross und blieb im achten Spiel hintereinander unbesiegt.

Gegen zunächst schwache Gastgeber musste der 40-jährige Lehmann in seinem 394. Bundesliga-Spiel erstmals bei einem Schuss von Sejad Salihovic in der 33. Minute eingreifen. Bis dato hatte die Elf von Ralf Rangnick alle Mühe gegen den mit den WM-Kandidaten Cacau, Christian Träsch, Sami Khedira und Serdar Tasci angetretenen Gegner. Bei 1899 stand wieder Daniel Haas zwischen den Pfosten: Der verletzte Timo Hildebrand wurde vor der Partie gegen seinen Ex-Club mit einem Geschenkkorb verabschiedet und ist auf Vereinssuche. Einen Blumenstrauß gab es für Lehmann zum Karriereende.

Gegen den präzisen Flachschuss von Cacau - schön von Ciprian Marica in Szene gesetzt - war Haas beim 0:1 machtlos. Erst nach einer halben Stunde machte Hoffenheim mehr Druck gegen die etwas sorglos auftretenden Stuttgarter. Über seinen ersten Erstliga-Treffer jubelte dann der 20-jährige Vukcevic nach einer Ecke von Salihovic - es war zudem das letzte Gegentor in der Karriere Lehmanns.

In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit traf Salihovic noch den linken Pfosten, der Abpraller traf Angreifer Vedad Ibisevic zu unvermittelt am Bein. Stürmisch ging es für Lehmann weiter: Nach einer Stunde hatte der WM-Torhüter von 2006 Glück, dass Carlos Eduardo nur die Latte traf.

Zuvor hatte Marica die Chance zur erneuten Führung der Stuttgarter vertändelt. Vom Rückstand des Tabellennachbarn Hamburger SV bis kurz vor Schluss in Bremen informiert, riskierte der VfB nicht mehr viel und verwaltete mit Mühe, aber erfolgreich das Remis. Um 17.19 Uhr sammelte Lehmann nach 21 Jahren auf der Profibühne seine Trinkflasche so gelassen ein, als ginge es nächsten Samstag weiter. In der Europa League müssen die Schwaben von August an aber mit einem anderen Torwart antreten.

Quelle: stuttgarter-nachrichten.de

Donnerstag, 6. Mai 2010

Lanig - der nächste Abgang?

Fünf Mann (Thomas Hitzlsperger, Ludovic Magnin, Yildiray Bastürk, Jan Simak und Elson) gingen in der Winterpause, vier weitere Profis (Jens Lehmann, Alexander Hleb, Roberto Hilbert und Ricardo Osorio) verabschiedete der VfB Stuttgart am vergangenen Samstag. Folgt in Martin Lanig ein weiterer Abgang? Und wer verlässt den VfB noch?

Ohne die diesjährigen Einnahmen aus der Champions League tut sich im Etat eine beträchtliche Lücke auf. Mindestens 15 Millionen Euro beträgt die Differenz zur Europa-Liga, und die Teilnahme am Nachfolge-Wettbewerb des Uefa-Cups muss die Mannschaft beim Saisonfinale am Samstag in Hoffenheim erst noch sicherstellen. Und selbst dann ist der VfB gezwungen, die Kosten für die Lizenzspieler-Abteilung zu kürzen.

So gesehen ist das Rückgaberecht, das die Roten für Alexander Hleb (29) besitzen, ein Segen. Der Weißrusse, der rund 6,5 Millionen Euro pro Jahr verdient, geht zurück zum FC Barcelona, der ihn aber gleich weiterreichen will. Im Gespräch ist ein Tauschgeschäft: Vom FC Valencia soll Stürmer David Villa kommen, dafür bietet BarÛa angeblich 40 Millionen Euro plus Hleb. Ob der Mittelfeldspieler sich darauf einlässt, ist eher fraglich - angeblich wartet er auf ein Angebot des FC Bayern, das aber nur dann aktuell werden könnte, falls Franck Ribéry die Münchner verlässt.

Lanig - nicht letzte offene Personalie

So oder so: Weitere Abgänge sind beim VfB unumgänglich, um die Gehaltskosten wie geplant von derzeit 55 auf rund 45 Millionen Euro zu senken - zum Beispiel durch den Transfer von Martin Lanig?

Der 1. FC Köln signalisiert Interesse an dem Mittelfeldspieler, der in Stuttgart einen Vertrag bis 2011 besitzt, auch der 1. FC Nürnberg hat angeklopft, und auch Martin Lanig (25) wägt sorgfältig seine Situation bei den Roten ab, für die er in seiner ersten Saison sieben Tore erzielt hatte. Zuletzt meldete er sich nach einem Kreuzbandriss und einer halbjährigen Pause zurück. Wie nahe er an die Stammelf heranrücken kann, ist offen - gerade auf seiner Position ist die Konkurrenz besonders groß. "Die Situation ist jetzt ein bisschen problematischer als bei Martins Wechsel zum VfB", sagte Lanigs Berater Kon Schramm am Montag gegenüber unserer Zeitung, "ich wäre ein schlechter Berater, wenn ich mir über seine Perspektiven keine Gedanken machen würde." Bis zu einem klärenden Gespräch mit Manager Horst Heldt verweist Schramm alle Interessenten direkt an den VfB: "Zuerst muss der Verein sagen, wie er mit Martin plant."

So oder so: Martin Lanig wird beim VfB nicht die letzte offene Personalie in diesem Sommer sein. Bisher haben die Roten Mittelfeldspieler Christian Gentner vom VfL Wolfsburg verpflichtet, Stürmer Martin Harnik kommt von Fortuna Düsseldorf, die Rückkehr von Torhüter Marc Ziegler aus Dortmund gilt ebenfalls als fix, und auch beim Ringen um Ibrahima Troaré (FC Augsburg) bleibt Horst Heldt Optimist. Damit ist der Bedarf an Neuzugängen nach jetzigem Stand gedeckt - es sei denn, weitere Spieler suchen eine neue Perspektive.

Bei Julian Schieber ist das der Fall. Der VfB will den Stürmer ausleihen - der 1. FC Nürnberg, Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern und Zweitligist SpVgg Greuther Fürth sind im Rennen. Ersatztorhüter Alexander Stolz steht ebenfalls vor einem Wechsel. Und Verteidiger Khalid Boulahrouz wird, wenn er seine Einsatzzeiten betrachtet, schwer ins Grübeln kommen, ob seine Zukunft noch bei den Roten liegt. Wenn er ehrlich ist, kann er nur mit einem Nein antworten.

Quelle: stuttgarter-nachrichten.de

Khedira hält alle Trümpfe in der Hand

Horst Heldt weiß, dass er manchmal nach München schauen muss, um frühzeitig Tendenzen zu erkennen, die auch für den VfB Stuttgart bedeutsam sind. So war es vor einem Jahr beim Wechsel von Mario Gomez - und so ist es jetzt wieder, da der FC Bayern den Vertrag von Mark van Bommel kürzlich nur bis 2011 verlängerte. Dann ist der Mittelfeldspieler schon 34 Jahre alt - und der Rekordmeister braucht wohl Ersatz. Wenn Heldt eins und eins addiert, kommt heraus, dass Sami Khedira (23) ganz weit oben auf der Münchner Nachfolgeliste geführt wird.

Weil dieser Spieler aber auch beim VfB eine zentrale Rolle besetzt und mittelfristig sogar das Kapitänsamt übernehmen soll, zieht Heldt seit vielen Monaten alle Register, um den wie bei van Bommel im Juni 2011 auslaufenden Vertrag von Khedira zu verlängern. Immerhin eine Entscheidung ist in dieser Hängepartie nun gefallen. "In der nächsten Saison spiele ich definitiv noch in Stuttgart", sagt Khedira, "für mich war es nie ein Thema, den Club in diesem Sommer zu verlassen."

Parallele zu Gomez

Ob der Manager Horst Heldt und der VfB Stuttgart damit ein Etappenziel erreicht haben, ist allerdings fraglich. Denn in einem Jahr kann Khedira ablösefrei gehen, wenn sich am Stand der Dinge nichts ändert. Insofern hält der Spieler alle Trümpfe in der Hand. Das ist die Ausgangsposition, an der sich aller Voraussicht nach auch so schnell nichts ändern wird.

Dabei hatte Khedira im März noch angekündigt, vor der am 11. Juni in Südafrika beginnenden WM erklären zu wollen, ob er sich über 2011 hinaus an den VfB bindet. Im StZ-Interview war er sich damals eines bewusst: der Gefahr, dass während der WM der Rummel sonst zu groß wird. Die Parallele drängt sich auf - zu Gomez. Über dessen Zukunft wurde bei der EM 2008 spekuliert, was sich nicht förderlich auf die Leistungen des Stürmers ausgewirkt hat. "Es wäre schön gewesen, wenn ich vor der WM geklärt hätte, ob ich meinen Vertrag verlängere", sagt Khedira heute dennoch.

Wäre, hätte - der Konjunktiv zeigt, was Sache ist. Die einst zwischen dem VfB und Khediras Berater Jörg Neubauer vereinbarte Frist vor der WM dürfte verstreichen. Dass an der Einhaltung dieses Termins jedoch vor allem der Verein interessiert war, ergibt sich schon aus der Konstellation mit der möglichen Ablösefreiheit im Sommer 2011, die dem Spieler bei einem Transfer ein Handgeld garantiert. Die Gespräche mit dem VfB hätten sich verzögert, sagt Khedira, "deshalb sind wir nicht mehr in dem Zeitplan, den wir uns vorstellten."

Beim Finanziellen liegen die Vorstellungen weit auseinander

Kein Geheimnis ist, um was es in diesen Verhandlungen geht - erstens ums Finanzielle. Da liegen die Vorstellungen noch weit auseinander. Khedira will seinen Status als Führungsspieler und als Kapitän auch entsprechend honoriert sehen. Zum Zweiten sind für ihn jedoch auch die sportlichen Perspektiven wichtig. "Ich glaube, dass wir mit unserem neuen Trainer dauerhaft um die Meisterschaft mitspielen können", sagt Khedira zwar, richtig abschätzen kann er die Entwicklung jedoch nicht, weil noch nicht feststeht, wie die Mannschaft künftig zusammengestellt sein wird.

Also spielt Khedira auf Zeit und sagt: "Wir haben keinen Stress." Er fühle sich wohl in Stuttgart - "und wenn ich nicht den Wunsch hätte, hier zu verlängern, hätte ich gar keine Gespräche aufgenommen". Das ist ein netter Satz für den VfB, aber er sagt noch nichts darüber aus, ob die Debatte nicht vielleicht doch in München endet.

Quelle: stuttgarter-zeitung.de

Sonntag, 2. Mai 2010

Cacau verlängert doch beim VfB


Nationalstürmer Cacau hat seinen auslaufenden Vertrag beim VfB Stuttgart bis 2013 verlängert. Das gab der Fußball-Bundesligist am Samstag unmittelbar nach dem Anpfiff des Spiels gegen Mainz 05 unter großem Jubel der Fans über die Stadionlautsprecher bekannt. Der VfB spielte danach 2:2-Unentschieden. Der 29-Jährige hatte Ende März zunächst angekündigt, den Verein verlassen zu wollen. In den vergangenen Tagen verhandelten Cacau und der VfB aber noch einmal erfolgreich über einen neuen Kontrakt zu verbesserten Bezügen. "Wir wollten immer, dass Cacau bei uns bleibt und deshalb sind wir jetzt sehr froh, dass das auch gelungen ist", sagte Sportvorstand Horst Heldt laut einer Mitteilung auf der Internetseite des VfB.

VfB holt Punkt dank Marica

Die Vertragsverlängerung mit Cacau hat der VfB Stuttgart am Samstag geschafft, die vorzeitige Qualifikation für die Europa League aber nicht. Obwohl der VfB gegen Mainz 05 aus einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2 (0:0)-Unentschieden machte, schmolz der Vorsprung auf den Hamburger SV wieder auf drei Punkte, da der HSV parallel gegen Nürnberg mit 4:0 gewann.
 Der Doppelpack von Ciprian Marica in der 73. und 75. Minute sorgte aber immerhin dafür, dass die Stuttgarter nun in einer Woche in Hoffenheim nur noch einen Punkt benötigen, um ihren sechsten Platz in der Fußball-Bundesliga zu behaupten. Malik Fathi (52.) und André Schürrle (63.) hatten die lange Zeit deutlich abgeklärteren Gäste zuvor in Führung gebracht.

Für ähnlich großen Jubel wie Maricas Tore hatte unter den 41.600 Zuschauern schon der erfolgreiche Abschluss des Vertragspokers mit Cacau gesorgt. Unmittelbar nach dem Anpfiff gab der Verein über die Stadionlautsprecher bekannt, dass der Nationalstürmer seinen Kontrakt bis 2013 verlängert hat. "Wir wollten immer, dass Cacau bei uns bleibt und deshalb sind wir jetzt sehr froh, dass das auch gelungen ist", erklärte Sportvorstand Horst Heldt. Im März hatte der 29- Jährige noch verkündet, den VfB verlassen zu wollen.

Angesichts dieser Personalie und des Spielverlaufs ging etwas unter, dass Torwart Jens Lehmann gegen Mainz sein letztes Heimspiel für den VfB bestritt und deshalb nach der Partie genauso einen Blumenstrauß erhielt wie die als Abgänge feststehenden Ricardo Osorio, Roberto Hilbert und Alexander Hleb. Der 40-Jährige, der seine Karriere nach dem Spiel in Hoffenheim beendet, hätte sich zum Abschied allerdings einen ruhigeren Nachmittag gewünscht. Denn angesichts der lange Zeit blutleeren Leistung der Stuttgarter war er häufig damit beschäftigt, mit seinen Vorderleuten zu schimpfen.

Mainz 05 war in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft. Deutlich präsenter und beweglicher als der VfB, tauchten die Gäste immer wieder gefährlich vor Lehmann auf. In der 21. Minute parierte der ehemalige Nationaltorwart einen Schuss von Schürrle. Bezeichnend für die uninspirierte Vorstellung der Stuttgarter war, wie Marica zunächst die beste VfB-Chance vergab (9.). Völlig frei stehend traf er nach schöner Vorarbeit von Cristian Molinaro den Ball nicht richtig. Mainz' Keeper Christian Wetklo, der den verletzten Heinz Müller (Bluterguss im Knie) vertrat, musste nicht einmal eingreifen.

Nach der Pause zunächst das gleiche Bild: Der VfB spielte schwerfällig, Mainz souverän. Nach einem Freistoß des ehemaligen Stuttgarters Jan Simak traf Fathi mit der Hacke zum 0:1. Der starke Schürrle erhöhte nur neun Minuten später auf 0:2. Die Stuttgarter beklagten sich nicht nur in dieser Szene bei Schiedsrichter Felix Zwayer, weil sie vor dem Tor ein Foul an Cacau gesehen haben wollen.

Als schon niemand mehr damit rechnete, schlug der VfB zurück. Zunächst traf Marica nach einem Missverständnis zwischen Wetklo und seinem Verteidiger Niko Bungert. Dann verwertete er einen Pass von Cacau. Stuttgart drückte anschließend auf den Siegtreffer, die beste Chance hatte jedoch der Mainzer Chadli Amri (84.), die Lehmann vereitelte. So waren am Ende die letzten Stuttgarter Aussichten auf die Champions League und ihre Serie von sechs Siegen nacheinander dahin. Als beste Mannschaft der Rückrunde steht der VfB nach diesem turbulenten Spiel aber fest.

Quelle: stuttgarter-nachrichten.de