Donnerstag, 2. Dezember 2010

Europa League: Erste Niederlage für VfB Stuttgart - Video

Es waren Bedingungen, wie man sie als Fußballer nur selten erlebt. Wenn überhaupt. Die Europa-Liga-Partie des VfB Stuttgart ging in Bern bei schneebedecktem Kunstrasen über die Bühne - und war für die Roten alles andere als ein Wintermärchen. Am Ende hieß es 2:4.

Da standen sie also im Schweizer Schneetreiben, hatten wegen der Flughafen-Sperrung in Bern eine Busfahrt nach Stuttgart vor, und wieder einmal eine Niederlage hinter sich. Betröppelte Mienen, enttäuschte Blicke, ungläubiges Staunen - für den VfB bot diesmal nicht einmal die Europa-Liga Raum für Besserung. Im Gegenteil: Die Roten sind zwar Gruppensieger, kassierten aber die erste Niederlage in der Gruppenphase und konnten kein Selbstvertrauen tanken für das Bundesligaspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen Hoffenheim.

Aber war das wirklich ernst zu nehmen, was in den gut zwei Stunden zuvor im Berner Stade de Suisse abgelaufen war? Schon, aber es hatte auch Züge des Surrealen. Der Schneefall nämlich war den ganzen Tag derart heftig gewesen, dass der Kunstrasen in Bern ordentlich mit Schnee bedeckt war. Dass da nicht Naturhalme wuchsen, war noch das größte Glück, denn so konnte immerhin einigermaßen geräumt werden. Vor der Partie also liefen sich nicht nur die Spieler warm, sondern tuckerten auch jede Menge Räumfahrzeuge über den Platz. Und um die Linien sichtbar zu halten, hatte das Räumkommando auch noch in der Mitte jeder Halbzeit je einen gut fünfminütigen Einsatz. Keine Frage: Der Trupp leistete ganze Arbeit. Und der VfB?

Nach der Pause dominierten die Roten - und dann ...

Tat sich schwer, ganz klar. "Wir haben lange gebraucht, um uns zurechtzufinden", sagte Sportdirektor Fredi Bobic. Aber eigentlich nicht zu lange. Zwar gingen die Berner in der 35. Minute durch einen sehenswerten Treffer von David Degen in Führung. Nach der Pause spielte der VfB aber plötzlich wie verwandelt. Das Team, in dem zahlreiche Reservisten eine Chance bekommen hatten, kombinierte plötzlich flüssig, machte Druck und dominierte die Partie. Die Folge: Erst erzielte Pawel Pogrebnjak den Ausgleich (48.), dann gelang dem eingewechselten Sven Schipplock sogar die Führung. 68 Minuten waren da gespielt - und die Partie schien gedreht. Doch dann passierte etwas, das hinterher im Grunde keiner so richtig erklären konnte.

Zwischen der 78. und der 82. Minute feierten die Young Boys eine erstaunliche Auferstehung: 2:2 Scott Sutter, 3:2 Emmanuel Mayuka, 4:2 erneut der Stürmer aus Sambia, der beide Treffer mit einer turnerischen Höchstleistung krönte. Der Jubel der Berner war riesengroß, da der Sieg zugleich das Weiterkommen in der Gruppe H bedeutete (Odense spielte gegen Getafe 1:1). Der VfB dagegen war geschlagen - und wieder einmal restlos bedient.

"Wir waren nur kurz unkonzentriert", klagte Georg Niedermeier, der zusammen mit Ermin Bicakcic die Innenverteidigung bildete. "Wir haben ein Spiel aus der Hand gegeben, das man nicht aus der Hand geben darf", sagte Fredi Bobic und hatte beinahe Mitleid mit seinen Spielern: "Die Jungs haben sich um den Lohn gebracht." Die Frage ist nun: Welche Auswirkungen hat die neuerliche Niederlage für die Partie am Samstag gegen Hoffenheim?

Irgendwie keine. Denn egal, was vorher war: Am Samstag zählen nur drei Punkte.

 Quelle: stuttgarter-nachrichten.de

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